Von Scheer nach Ulm

Genau als ich gestern beim Blogschreiben unser Menü in den höchsten Tönen lobe, passiert das Unglück: Der Topf mit Nudelwasser, über dem die Pfanne mit Sauce köchelt, rutscht von Kocher, der nicht stabil steht. Nudeln und Sauce landen in den Wiese. Unsere Sauce schmeckt deshalb nicht nur nach Oregano, sondern auch ein wenig nach Gras… Aber es heißt ja immer, Sportler sollen viel Grünzeug essen...

 

Aber sonst ist alles wunderbar. Am nächsten Wasserhahn befüllen wir noch einmal unsere Wasserflaschen, und dann suchen wir das erste „wilde“ Plätzchen unserer Tour. Im Naturschutzgebiet Blochinger Sandgrube finden wir ein schönes Plätzchen direkt an der Donau und stellen unser grünes Zelt in die grüne Wiese. Nach 79 km ist`s genug.

 

Als ich heute morgen aus dem Zelt luge, schnäbeln direkt vor mir zwei Schwäne, es ist einfach nur schön!!! Nach ausgiebigem Frühstück und Körperpflege sowie Geschirrabwaschen sind wir bald wieder on the road.

Das erste sehenswerte Städtchen ist Riedlingen. Die schlauen Riedlinger haben sich etwas Gutes für uns Radler einfallen lassen. Es gibt kostenlose Schließfächer mit Steckdose drin, wo man seine Akkus aufladen kann. Und da wir ebenso schlau sind und einen Dreifachverteilerstecker dabei haben, haben nach unserer Stadtbesichtigung Notebook, Fotoapparat und Handy wieder Saft. Außerdem gibt es Toiletten, Trinkwasserbrunnen und sogar verschließbare Fahrradgaragen. Sehr touristenfreundlich und alles kostenlos. Man merkt, dass die Schwaben ein sparsames Völkchen sind, die ein Herz für Sparefrohs haben. Ist doch der schwäbische Wahlspruch: “Schaffe, schaffe, Häusle baue, Hund verkaufe, selber belle!“

 

Und freundlich sind sie. Fast jeder quasselt uns an, grüßt zumindest. Zwar pflegen sie machmal ein etwas seltsames Idiom, aber wir verstehen schon, was sie meinen. 

Und dann schafft der Donauradweg was, was weder Alpen noch Apennin zustande gebracht haben: Er holt uns durch eine 20 % Steigung aus dem Sattel. Unten steht noch: „Radfahrer schieben!“ „Ha!“, denkt unsereins, sind wir doch in Umbrien 22 % gefahren. Aber nach der Hälfte geht’s einfach nicht mehr mit dem ungefähr 20 kg Gepäck: Wir schieben. Das war in Datthausen, Synonym für Mt. Everest!

 

Oben haben die freundlichen Datthausner einen  Rastplatz mit Trinkbrunnen installiert und ein Gästebuch aufgelegt. Eine Eintragung: „Solche Steigungen sind wir von Ostfriesland nicht gewohnt. Bei uns haben nur die Schnäpse mehr %!“

 

Das nächste schöne Städtchen ist Munderkingen. Auch hier Fachwerkshäuser, ich erspare uns aber Hunderte Fotos von Häusern und euch auch…

 

In Ehingen finden wir eine Verwendungsmöglichkeit für Karls Rad, wenn Monika das verstaubte Ding in der Garage mal los sein will. Wär ja schade drum ;)

 

Dann machen wir uns auf und fahren einen kleinen Umweg zum Blautopf in Blaubeuren. Wir haben uns vorgenommen, uns wirklich Zeit für die Dinge am Weg zu nehmen. Es lohnt sich:

 

Der Blautopf strahlt wirklich leuchtend blau. Es handelt sich um eine unterirdische Karstquelle, die 1200 m in den Berg hinein erforscht wurde. Durch die Tiefe des Topfs werden alle Spektralfarben absorpiert, außer eben dem strahlenden Blau. Gut, dass wir erst nach 6 am Abend da sind, da sind die Busparkplätze schon leer, und wir haben den Platz fast für uns allein.

Am Abend suchen wir nach einem Versorgungskauf wieder ein stilles Plätzchen für uns alleine, und morgen wollen wir in Ulm sein.


Wir freuen uns über eure Kommentare, Anregungen, Fragen...

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Kommentare: 2
  • #1

    Helga und Gerhard Myslik (Samstag, 02 Juli 2016 20:54)

    wir genießen eure wunderbare Radtour und wünschen euch weiterhin eine schöne Reise Helga und Gerhard

  • #2

    M&K (Sonntag, 03 Juli 2016 10:24)

    Na ihr Lieben, das klappt ja ganz prima mit eurer Reise wie man sieht. Wie immer sehr schöne Bilder! Karl war nicht ganz so amused von eurer Idee vom Fahrrad. Schicken euch ein Foto, wenn es das nächste Mal benutzt wird. Gut Rad und liebe Grüße - Monika & Karl