Von Deggendorf nach Schlögen

Gestern sind wir eigentlich weiter gekommen als Deggendorf, denn der Wind hat es so gut mit uns gemeint, dass er uns 106 km bis nach Niederaltaich geschoben hat.

 

Heute gehts dann wieder mit freundlichem Wind weiter. Da wir heute außer Passau nichts zu besichtigen haben, möchte ich euch einmal unseren Tag schildern, damit ihr eine Vorstellung bekommt, wie unsere Tage ausschauen.

 

Um ca. 6 Uhr 15 blinzeln wir aus dem Schlafsack. Brrrr, kalt! Nochmals kurz eingekuschelt, aber dann gehts los. Wenn wir so schlau waren, unsere Schuhe in ein Plastiksackerl zu stecken, haben wir weder nasse Füße noch Schneckengatsch zwischen den Zehen.

 

Dann wird Tee gekocht. Und soviel wie möglich gefrühstückt. Möglichst was Süßes nachher.  

 

Nach dem Frühstück folgt die Morgenhygiene. Nicht dass ihr glaubt, wir müffeln vor uns hin, nein, auch wenn wir wild zelten, waschen wir uns ordentlich mit am Gaskocher gewärmten Wasser und putzen uns die Zähne.

 

Wenn wir unsere nach "frischen Blümchen" duftenden Radlerklamotten wieder anhaben, packen wir unseren Krempel zusammen. Da wir uns nicht stressen wollen, brauchen wir meist bis 8, bis wir wegkommen. 

 

Dann wird geradelt, no na! Am halben Vormittag verbringen wir eine sehr vergnügliche halbe Stunde damit, unser Menü für den Tag zu planen.

 

Bei Gelegenheit kaufen wir dann ein. Das können dann durchaus bis zu 3 kg werden.

 

Und wenn ihr wissen wollt, was heute an unserem letzten Tag in Bayern in unsere Töpfe kommt - na Weißwürste und a Brezn mit an Bier natürlich!

Um die Mittagszeit suchen wir uns ein idyllisches Plätzchen zum Kochen, möglichst mit Tisch. Dann wird geschlemmt!  Und nachher abgewaschen.

 

Dann gehts mit vollen Bäuchen mehr oder weniger flott voran. Die meisten Tage bleiben wir im Schnitt bei ca. 80 km, mit Ausreißern nach oben und unten. Wir nehmen uns viel Zeit für Besichtigungen, denn wir wollen lieber weniger weit kommen und dafür das ordentlich sehen, wo wir waren.

 

Viel Zeit nehmen wir uns auch für Gespräche mit den Leuten, die uns anquasseln, Reisende oder "Eingeborene". Wir treffen aber auch immer wieder nette und interessante Leute. Heute war wieder ein nettes deutsch/ukrainisches Pärchen dabei. Das macht uns Spaß und wahrscheinlich brauchen wir das auch, wenn wir ein Jahr miteinander allein sein wollen...

 

Aber nicht, dass ihr jetzt glaubt, wir rasen die ganze Zeit durch die Gegend. Nein, unheimlich viel Zeit geht drauf für Pieselpausen, Fotostopps, Karte schauen, verfahren, wieder zurückstrampeln, darüber maulen... Und wenn Karin nicht alle 20 km gefüttert wird, dann läuft sie unrund... 

 

Viel Zeit brauchen auch die Blog-Artikel und die Suche nach offenem Internet, aber das macht Karin sowieso als Reisetagebuchschreiben.

 

Gegen Abend gibt es dann nochmals eine Jause, und dann machen wir noch ein paar km und suchen dabei schon mal nach einem abgeschiedenen Plätzchen für unser Zelt, das man vom Weg aus nicht gleich sieht. Natürlich am Campingplatz, denn wer zeltet denn schon wild ;) Und  ruht!

 

Alle paar Tage wird auf einem Campingplatz gründlich Körper-, Wäsche- und Geschirrpflege betrieben. Dann sind wir wieder autonom und wohlduftend!

 

Ihr seht, es ist ein geruhsames, unaufgeregtes Leben bis jetzt. Die Abenteuer müssen noch kommen! Aber dieses freie Leben gefällt uns über alle Maßen - keine Termine, keine Telefonate, keine Fristen! Nur tun, was uns gefällt!  So könnte es bleiben!

 

Heute haben wir dann in Passau wieder den Punkt erreicht, wo wir 2012 nach Rom abgebogen sind, entlang des Inns. Auch eine tolle Tour!

 

Da der Wind auch heute unser Freund ist, flitzen wir noch bis Schlögen, wo wir nach 94 km am Campingplatz mit Pool landen. 

 

Die Heimat hat uns wieder! Aber Süddeutschland hat uns sehr gefallen - besonders die obere Donau - und die Süddeutschen sind uns ans Herz gewachsen! War super!

 


Wir freuen uns über eure Kommentare, Anregungen, Fragen...