Von Rajka nach Komarno

Es war eine sehr gute Idee nach Rajka zu radeln. Bis auf ein weiteres Pärchen bleiben wir alleine. Viel besser als lautes Stadt-Camping.

 

Bald sind wir wieder zurück und erreichen den riesigen Stausee von Gabcikovo. Wir haben diesmal beschlossen, die slowakische Seite zu fahren. Wir waren 1991 schon einmal an der Donau unterwegs. Damals gab es das Kraftwerk Gabcikovo noch nicht. Damals fuhren wir auf der ungarischen Seite auf der Kleinen Schütt nach Györ und über Steigungen ins schöne Tata am See.

 

Diesmal also die andere Seite. Wo früher die grimmigen Zöllner standen, wechselt man heute lässig zwischen den Staaten hin und her. Der Kraftwerksbau von Gabcikovo war sehr umstritten. 4500 ha Au- und Wiesenlandschaft gingen verloren und ein riesiger Staubereich entstand. Zwar sehen wir im See viele Wasservögel, Möwen, Reiher usw. Schön sieht das betonierte Ufer und der Kanal trotzdem nicht aus. Als wir über das Kraftwerk mit Aussichtsterrasse fahren, sehen wir erst die Ausmaße dieses „Meisterwerks der Technik“. Kilometerweit fahren wir so dahin. Erst als die Rest-Donau wieder in den neugeschaffenen Kanal einmündet, sieht es wieder etwas natürlicher aus. In der Au stehen die Bäume im Wasser. Hochwasser, aber gottlob keine Überflutungen.

 

 

Heute wundert sich Karin, dass die Tierchen, die man so trifft, immer größer werden. Über den grünen Grashüpfer auf der CP-Toilette freut sie sich noch. Den Weberknecht ignoriert sie höflich. Über den schwarzen großen Grashüpfer im Bad staunt sie – aber bei der Ratte, die, als wir kochen, fröhlich durch den Stadtpark von Gabcikovo hoppelt, verliert sie doch kurz die Fassung… Gut, dass wir ein Messer mithaben, um unser Essen zu verteidigen. Ob das Rättli wohl Bohnentopf mit Wurzelgemüse mag? Das gute Weißbrot geben wir auch nicht her! 

 

 

Gut, dass wir nicht staubsaugen wollten, oder so...

 

Der Weiterweg in Richtung Komarno ist mühselig. Zwar schiebt die meiste Zeit noch der Wind an, bei jeder Richtungsänderung aber plagen wir uns, und der grobe Schotter am Damm macht das auch nicht besser. Eine schöne Abwechslung sind die vielen wilden Kriecherl- und Marillenbäume am Wegesrand, die den Karli zu sportlichen Höchstleistungen veranlassen. Hier füllen wir unseren Vitaminspeicher direkt „ab Baum“.

 

Trotzdem finden wir nach 83 km, dass es für heute genug ist. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen am Donaustrand und sind für heute zuhause.

 

 


Wir freuen uns über eure Kommentare, Anregungen, Fragen...

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Kommentare: 2
  • #1

    Jürgen (Samstag, 16 Juli 2016 19:52)

    Hallo ihr Beiden!

    Sitzen gerade mit den Eltern beisammen und haben eure Berichte am Tablet gelesen. Schöne Grüße von Allen!

    PS: in Komarno ist unser Lagercontainer Werk - die größte Sehenswürdigkeit habt ihr somit verpasst ... :-)

  • #2

    Mama (Sonntag, 17 Juli 2016 12:14)

    Ich hoffe ihr habt gut in eurer Unterkunft geschlafen und das Wetter hat sich gebessert. Ihr seid ja schon flott geradelt.viel Glück weiterhin. Hört ihr auch Nachrichten wie es überall zugeht.aufpassen