Vom Flachbildfernseher zum Donaustrand

Heute legen wir eine Schweigeminute ein: Andächtig gedenken wie all jener, die ihren Jahresurlaub jetzt gehabt haben und zurück in der Arbeit sind;) Wir aber radeln fröhlich weiter. Man gönnt sich ja sonst nix!

 

All jenen, die ihren PC jetzt noch nicht zornig in die Ecke gepfeffert haben und noch weiterlesen, sei versichert: Auch unser Leben ist manchmal hart;)

 

Am Morgen haben wir in unserer Luxusunterkunft für 13 Euro ein tolles Frühstück bekommen. Dann gehen wir wieder unserem Tagwerk nach. Die Strecke nach Belgrad soll nach unserem bikeline-Radführer einer der unangenehmsten Strecken des gesamten Radwegs sein, da sie in starkem Verkehr auf einer großen Straße in die Stadt führt. Doch entweder ist weniger Verkehr als üblich, oder wir sind schon so abgebrüht, jedenfalls empfinden wir die Strecke als nicht so schlimm und schwimmen ruhig mit nach Belgrad. 

 

Mit Städten ist das so eine Sache: Ich meine, sie sind ja schön, und Restaurants und Kultur auch ganz interessant – aber eine Liebe wird das nicht zwischen den Großstädten und uns. Wir besichtigen natürlich pflichtschuldigst alle Sehenswürdigkeiten Belgrads, finden aber, dass es außer dem Kalemegdan nicht viel zu sehen gibt.

 

Der Kalemegdan ist die alte Festung Belgrads. Unterteilt in Ober- und Unterstadt war es eine wirklich große Anlage, wo man herumstreifen kann. Daneben gibt es einen schönen Park, wo man sich erholen kann, die alten Männer ein Schläfchen halten oder Schach spielen.

 

Auch eine schöne orthodoxe Kathedrale besichtigen wir. Wir finden den Ikonostas, der oft nachgedunkelt ist, mit mattgoldenen Verzierungen, immer so feierlich, vor allem, wenn dann noch oft religiöse Gesänge vom Band zu hören sind.

 

Die Prachtstraße Kneza Mihaila haben wir bald abgehakt. Zwar finden wir hier einige schöne, alte Gebäude, in denen aber H&M und Co. logieren.

 

 

So sieht man uns bald wieder die Stadt verlassen. Nur ein paar Stunden haben wir ihr gegönnt. Die Stadtausfahrt ist dann wirklich anstrengend. Zuerst bergauf in dichtem Verkehr, dann über die Donaubrücke, wo rasantest gefahren wird, eine Spur von rechts dazukommt, wir aber dann vorne wieder rechts raus müssen. Gut, dass wir im Stadtverkehr absolut die Nerven behalten. So bald es geht, verlassen wir die große Straße und biegen in die Dammvarianten ein. Hier sieht der Weg dann so aus:

 

 

Wir fahren mal wieder an einem Sumpfgebiet vorbei, und sofort fallen Stress und Hektik von uns ab. Stundenlang können wir so fahren, manchmal mit dem Fernglas stehen und schauen und nichts stört unsere Ruhe. Natürlich kommt man auf den holprigen Dammwegen langsamer voran – aber sie sind so entspannend.

 

Auch die Leute haben es nicht so eilig.

 

Heute können wir endlich wieder einmal wild zelten. Ab Serbien ist das ja erlaubt. Direkt am Donaustrand schlagen wir unser Zelt auf, eine Ringelnatter in einer Pfütze leistet uns Gesellschaft, und in der Donau springen immer wieder große Fische. Chefkoch Karl kocht uns was Gutes, Karin tippt den Blog und dann entspannen wir…

 


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