Vom Silbersee zum Donaudurchbruch

37 Grad sollen es heute werden. Gerade richtig für Steigungen… Doch erst gehen wir es nochmals gemächlich an. Wir fahren bis zur Festung Golubac. Sie ist die älteste und besterhaltene in Serbien. Als wir dort sind, trifft uns fast der  Schlag.

 

Sie wird gerade generalsaniert. Alles eingerüstet. Alles abgesperrt! Ein Besucherzentrum, ein Riesenparkplatz und Grünanlagen wurden errichtet. Ein „wichtiger“ Wärter verscheucht uns, als Karl für ein Foto über die Absperrrung will. Früher führte die Straße mitten durch die Festung. Jetzt wurde daneben ein Tunnel errichtet…

 

Doch die Hiesis sind ja nicht blöd. Und was uns in manchen Ländern so fasziniert ist die absurde Nutzlosigkeit mancher Aktionen. Wenn man nämlich von der anderen Seite kommt, kann man frei in die Festung hineinfahren und gehen… Was wir natürlich sofort nutzen! Das Lustige: Als wir dann mit den Rädern noch einmal die alte Strecke gefahren sind und alles mit Billigung der Bauarbeiter besichtigt haben, wird die Rückseite auch gesperrt. Vielleicht waren wir die letzten, die noch die alte Strecke fuhren…

 

 

Überhaupt: Manchmal müssen wir über so gewisse Dinge lachen: Da errichtet einer vor seinem Haus ein prächtiges Eingangstor zum Absperren, mit Säulen und dann gibt es im Anschluss keinen Zaun, sondern das Ding steht völlig frei in der Wiese und man kann auf allen Seiten drum herumgehen. Macht echt Sinn.. Wahrscheinlich damit die Einbrecher nichts ruinieren..

 

Nicht, dass ihr jetzt glaubt, wir seien nekrophil, weil wir Grabsteine fotografieren, aber die Leute haben hier einen interessanten Brauch: Wenn ein Ehepartner stirbt, wird auch gleich der Name, das Foto und das Geburtsdatum des Partners am Grabstein eingraviert. Nur das Sterbedatum fehlt noch. Wiederverheiratung wird hier anscheinend nicht angestrebt.

 

 

Den  Rest des Tages erzähle ich euch das nächste Mal. Gute Nacht! Wir sind gerade beim Zwetschkenschnapstrinken mit dem Vermieter.

 

So, wieder nüchtern: Weiter gehts:

 

Nach einer Mittagspause, wo wir nach dem Essen sofort auf unseren Matten im Schatten einschlafen, geht es weiter. Jetzt kommt das Stück, das viele für das gefährlichste der gesamten serbischen Seite halten: Es geht durch 21 enge unbeleuchtete (!) Tunnels im Verkehr. Sie sind bis knapp 400 m lang! Da ist es ganz seltsam, wenn man nichts sieht, man tendiert automatisch zur Mitte und von dort verscheuchen einen dann die Autos. Aber wir rüsten auf und machen uns sichtbar: Karin zieht ihre schock-pinkfarbene „Tussi-on-tour“-Jacke an und dann stürzen wir uns ins Gewühl.

 

Es ist dann gar nicht sooo schlimm, denn es ist nicht viel Verkehr. Die Landschaft ist seit gestern sehr schön geworden. Zuerst hügelig, dann immer höhere „Berge“ rahmen die Donau ein. Nach den ersten 16 Tunnels kommt eine starke Steigung. Als wir oben angeschnauft kommen, belohnt uns erst ein toller Ausblick auf die Donau und die umliegenden Berge und dann eine endlos lange, rauschende Abfahrt! Herrlich!

 

Anschließend finden wir ein Appartment mit Klima und Internet für 16 Euro und sind zuhause. Das Schnapserl wird uns dann angeboten, als wir Blog schreibend im Garten sitzen. Es sollte nicht bei dem einen bleiben…

 


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