Von Salcia nach Calafat

Heute wird es ein kurzer Tag. Schon um 11 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Calafat nach 40 km. Hier wollen wir etwas rasten, denn auf den nächsten 170 km gibt es anscheinend nur mehr ein Camp, aber keine Zimmer.

 

Wir finden eine kleine Pension, in der wir uns behaglich einnisten. Es gibt Internet, ist ruhig gelegen und halbwegs kühl. Wir bekommen das beste Zimmer – dafür kostet es dann auch 12 Euro. Heute wollen wir wieder einmal unsere Klamotten waschen, einkaufen, unsere Blogartikel schreiben, unsere Fotos sichern usw., usf. Und ausgiebig rasten.

 

Als wir gestern Abend durch die Dörfer fuhren, war alles auf der Straße: Gänse, Pferde, Hunde, Kinder, Omas und Opas… Und keiner hat uns übersehen. Wir fühlen uns wie auf dem Laufsteg: Lächeln, grüßen, winken, Karin trainiert für eine Karriere als Queen Mum!

 

Es ist erstaunlich schwierig, einen uneinsehbaren Schlafplatz zu finden. Die Gegend ist dicht besiedelt, das Land ist über weite Strecken offen und grasig. Keine Hügel, keine Wäldchen. Und wenn man glaubt, etwas gefunden zu haben, dann wohnt da meist einer in einer Behausung, wo bei uns keiner mehr seine Hühner einsperren würde. Manchmal kommen wir zu so großen Haufen aus Strohballen, wie man sie auch manchmal bei uns auf den Feldern sieht. Wenn man dann genau hinsieht, ist in den Strohballen eine Öffnung mit einem Vorhang drin und ein Wasserfass daneben. Das Pferd grast daneben. Wer wohnt hier? Die Hirten, die wir immer wieder sehen, mit ihren Schaf- und Ziegenherden? Einmal steht sogar ein Auto neben so einem „Haus“.

 

Glaubt aber nicht, alles ist rückständig oder schäbig. Fast jedes Dorf hat auch schöne Häuser und es wird fleißig gebaut und renoviert. In den kleinen Dörfern gibt es noch viele alte Omas in der Kittelschürze mit Kopftuch auf und bucklig, die Enkelkinder aber sprechen Englisch.

 

Heute werden die Pferdefuhrwerke immer mehr. Eines ist hoch mit Gras beladen, ganz oben sitzt ein altes Paar und winkt fröhlich herunter. Karl liefert sich ein Rennen mit einem Pferdchen, auf der Steigung gewinnt menpower gegen horsepower und wir lassen das Gespann hinter uns zurück. Meist ist es ja flach und wir rollen schön dahin. Die wenigen Steigungen aber haben es in sich und lassen uns ordentlich schnaufen. 

 

 

Ihr dürft jetzt nicht glauben, wir treiben uns nur auf Friedhöfen herum, aber wenn wir was Interessantes sehen, dann bleiben wir halt stehen und schauen nach. Die Kreuze sind nämlich – für uns – auf der Hinterseite verziert. Anscheinend ist das Grab hinter dem Kreuz.

 

 

Ach ja, außerdem haben wir gerade die Raiffeisen-Filiale Calafat entdeckt. Cool, oder, Anita? Ach ja, das Haus dahinter gehört nicht dazu!

 


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