Rasttag in Calafat

Heute ist unser erster Rasttag, seit wir zuhause vorbeigekommen sind. 2495 km zeigt der Tacho. Wir genießen ihn in vollen Zügen. Doch nicht, dass ihr jetzt glaubt, wir hängen nur faul herum. Nein, auch der "Haushalt“ muss gemacht werden.

 

Nun hat man ja auf Tour keinen Urlaub, so wie viele meinen. Deshalb kann die Wäsche nicht vor sich hinmüffeln, bis die wilden Hunde die Flucht ergreifen (obwohl das vielleicht eine Lösung wäre). Auch unser Franz-Ferdinand hat allmählich die Patina eines erfahrenen Reisenden angenommen. Von weiß zu hellgelb bis hin zu lichtbraun. Deshalb ereilt ihn jetzt sein Schicksal.

 

 

Auch die tiefsten Tiefen unserer Packtaschen erforschen wir. Man sollte gar nicht glauben, was sich da alles findet, was wir einen Monat nicht gebraucht haben. Gottlob auch die Apotheke.

 

Einkaufen ist immer ein Thema, hat man doch als Tourenradler stets Angst zu verhungern. Ein Gang auf den Markt und in den großen Supermarkt, der Calafat von den Minidörfern auf der Strecke unterscheidet, bringt Abhilfe. Am Markt bieten alte Bauersfrauen das an, was gerade reif ist: Tomaten, Gurken, schwarze und weiße Melanzani, Zucchini usw. Eier werden stückweise verkauft (auch im Supermarkt) – man gibt sie in ein dünnes Plastiksackerl und hofft, dass man nicht schon mit Eierspeise heimkommt.

 

Auf dem Rückweg bewundern wir die Himmelsleiter des rumänischen Fenstputzers. Auf Bierkisten werden Böcke gestellt und eine Leiter quer darübergelegt. Das Ganze steht auf einem schrägen (!) Vordach über einem Gastgarten in 3m Höhe! Cool, oder? Das ist ein Fortschritt, denn gestern gab es noch keine Böcke, und die Leiter stand nur auf vier Bierkisten… 

 

Heute haben wir uns von Marina und Guillem verabschiedet, die gestern Nachmittag auch daher geradelt kamen und in der selben Pension übernachtet haben. Gestern haben wir noch einen netten Abend miteinander verplaudert. Die beiden haben beschlossen, ihre Pläne zu ändern, da es zu anstrengend für sie ist, bis ins Delta weiterzuradeln. Auf ihrer ersten Fahrradtour haben sie 500 km geschafft. Das ist eine respektable Leistung. Jetzt wollen sie sich noch zwei Wochen einem Wwoofing-Projekt (World wide farming on organic farms) in Siebenbürgen anschließen. Dabei stellt man kostenlos seine Arbeitskraft zur Verfügung und lernt dabei was über biologischen Landbau. Es war nett, die beiden seit dem Eisernen Tor immer wieder zu treffen. And thanks for the souvenir you left in the fridge ;)

 

Den Nachmittag verbüseln wir. Am Abend versuchen wir noch einmal, die Sehenswürdigkeiten von Calafat zu finden. Gestern Abend sind wir gescheitert, außer massenhaft hässlichen, hinkenden, flohgebeutelten Hunden, die mit uns mitliefen, haben wir nichts aufgestöbert… Oh doch, eine sehr schöne Kirche gibt es, die wir noch fotografieren wollen. Und außerdem finden wir noch eine schöne Donaupromenade.

 


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