Auf in die Stadt

 

Heute Nacht haben wir gefroren, obwohl wir alle verfügbaren Klamotten anhatten. Wir  sind eben „im Gebirg“. Aber schaut mal unser „Frühstücksfernsehen“ an:

 

 

 

Dafür wird es heute ein absoluter Wohlfühltag. Kaum Steigungen, kaum Wind und eine schöne Gegend. Heute steht auch wieder einmal eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Wir kommen nach Braila. Dazu muss man die Donau auf einer Fähre überqueren. Obwohl wir immer höllisch aufpassen, bekommen wir nie das korrekte Wechselgeld raus. Jedesmal geben sie uns zuviel! Und diesmal rechnen sie überhaupt nur einen, und Karin darf dann gratis rauf... Soviel zum Thema Bescheißen...

 

Braila hat eine sehenswerte Innenstadt mit zahlreichen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert vorzuweisen. Teils verfallen, aber großteils schön renoviert. Und das Schärfste: Mittendrin fahren die Wiener Linien! Die Bim haben sie scheinbar gebraucht in Wien gekauft, und sogar die Originalaufschriften sind noch drauf. Zusammen mit den schönen Gebäuden und dem „Klingelwurm“ glaubt man, in Wien zu sein.

 

 

In einer orthodoxen Kirche versucht ein junger Mann, Karin klar zu machen, dass der orthodoxe Glaube der einzige wahre Glaube ist. Sehr ernst erklärt er ihr, dass der Papst ein Häretiker ist, wir in Österreich keine Katholiken seien und noch andere Wahrheiten aus Sicht des Orthodoxen. Auch das richtige Kreuzzeichen lehrt er sie: Mit drei Fingern, als Symbol für die Dreifaltigkeit. Höflich bedankt sich Karin für die Aufklärung und so scheiden wir in Frieden.

 

Der liebe Gott  wird schon wissen, wer Recht hat…

 

Die nächste große Stadt an der Donau ist Galati. Wir haben zwar noch nicht nachgesehen, wie viele Einwohner es hat, aber die Stadt scheint die größte seit Belgrad zu sein. (Haben es nachgeholt: 300 000). Viel Industrie, riesige Wohnblocksiedlungen und für das Mini-Stück, das wir bis zur Fähre fahren müssen, brauchen wir eine halbe Stunde.

 

Seit geraumer Zeit ist Karins Fahrradständer x-beinig. Hat wohl das bisschen Gewicht nicht ausgehalten... Deshalb müssen wir die Räder oft aneinanderlehnen. Dabei verbiegt Karl ein wenig seine Scheibenbremse. Neumodisches Zeugs halt... Deshalb folgt eine kleine Reparatur am Wegesrand. Außer einem neuen Schaltseil für Karins Rad und einmal die Scheibenbremse richten, hatten wir noch keine einzige Panne. Schwalbe-Reifen sind halt doch die besten.

 

 

Jetzt sind es noch knapp 70 km ins Delta. Morgen werden wir da sein. Heute suchen wir uns noch einmal ein stilles Plätzchen in der Natur, und morgen hat uns das Touristengetümmel wieder. Reiseradler haben wir seit 5 Tagen keine mehr getroffen. Schauen wir mal, ob wir im Delta alte Bekannte wiedertreffen.

 

Zum Schluss nochmals ein herzliches "Danke Schön" an euch alle, die ihr unseren Blog lest. Wir haben die 10 000-er Marke geknackt und freuen uns wie die Schneekönige. Besonderer Dank all jenen, die uns immer wieder Kommentare schicken und sich ins Gästebuch eintragen. Das ist so toll – da macht das Schreiben noch mehr Spaß!!!

 

 


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