Das Paradies will verdient sein

Manchmal erwischt einen die eigene Abenteuerlust schon heftiger als erwünscht. Wir wollen nicht auf der großen Straße im Verkehr fahren und suchen uns auf der Karte eine kleine Straße über die Dörfer. Wir wären nur nie auf die Idee gekommen, dass auf der Rumänienkarte auch Feldwege eingezeichnet sind. Und dass die Hunde hier keine Radfahrer mögen...

 

Gleich am Anfang die erste Hundeattacke. Wer einmal wissen will, wie so ein gefletschtes Hundemaul wirklich aussieht, sehe sich die Abbildung am Pfefferspray an. Genau so!

 

Deshalb fahren wir auch nicht mehr zurück, als sich der Feldweg als sehr holprig erweist. Noch einmal trauen wir uns da nicht mehr vorbei. Geht eigentlich eh ganz gut. Nur manchmal fragt man sich, wer jetzt eigentlich Vorrang hat. 

 

 

Ist ja auch nicht weit. Nur 28 km ohne Abbiegmöglichkeit... Und bald kommen wir ja auf eine Straße, die auf Karls Karte als gelb eingezeichnet ist. Die erweist sich als - breiterer Feldweg... 

 

 

Dann ereilt uns der erste "Patschen" der Tour. Darf ja durchaus mal sein nach ein paar Tausend km. Sollte halt fertig sein, bevor das Gewitter kommt, das schwarz in unserem Rücken steht...

 

Doch alles wird gut, im nächsten Dorf wird unter lebhafter Anteilnahme der männlichen Bevölkerung vor der Bar repariert, und das Gewitter - das bleibt am Meer, sagen die Männer. Stimmt. 

 

Wenig später Hundeattacke zwei und drei, aber denen fahren wir davon.

 

Leider stellt sich heraus, dass Karls Reifen noch immer leckt, und so wird alle 5 km Luft nachgepumpt.

 

In der letzten größeren Stadt in Rumänien verwandeln wir das letzte rumänische Geld in Lebensmittel. Wie immer ist es spannend, da wir im Kaufrausch immer fürchten, dann doch nicht mehr genug Geld an der Kasse zu haben. Aber wie immer geht es sich aus, und wir haben für die letzten 14 km Rumänien noch 80 ct. zu verprassen.

 

Das langt nicht für einen Drink in Vama Veche, dem Ballermann Rumäniens. Als wir durchfahren, schleichen gerade Jugendliche herum, die aussehen, als wären sie jetzt um 15 Uhr gerade mit dem Frühstück fertig. Die ersten gehen schon wieder Schnaps kaufen. Nicht unsere Vorstellung von Strandurlaub...

 

Rumänien und Bulgarien leisten sich nicht jeder eine eigene Grenzabfertigung. In der Mitte steht eine Frau, die einen kurzen Blick in den Pass wirft, und schon sind wir draußen und auch gleichzeitig wieder drin. In Bulgarien.

 

Und jetzt kommt die Belohnung für diesen Tag der Prüfungen, an dem wir durch die Feldwege außerdem noch dreckig wurden, wie nie zuvor. Wir finden unseren Traumstrand. Und wie es dort aussieht, erfahrt ihr im nächsten Blog.

 


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