Mit dem Bus durch Tansania

Jetzt beginnt unsere lange Reise nach Namibia. Zuerst nehmen wir den Dalla-Dalla (Minibus) nach Moshi-Town. Dort angekommen, halten uns gleich am Bus diverse Gestalten ihre Busangebote unter die Nase. Einer würde auch gleich unser Gepäck nehmen...

 

 

 

An der Busstation wird auf Kundschaft gewartet. Im Vordergrund Karins Gepäck, fest verklebt

 

Doch wir haben unsere Tickets für den luxury-bus ja schon am Vortag gekauft und marschieren zum Büro, wo unser Bus um 8 Uhr abfahren soll. Boarding ab 7:30 ;)

 

Gemütlich lassen wir uns nieder und sehen zu, wie sich der Platz mit Leben füllt. Da hat einer zwei große Bananenstauden als Gastgeschenk für die Lieben in Daressalam dabei, da hat ein anderer seine Sachen in Schachteln dabei... Lebende Tiere werden im Luxusbus nicht akzeptiert (glauben wir halt) und müssen den ordinary nehmen...

 

Um halb acht passiert einmal gar nichts. Hatten wir auch nicht wirklich erwartet. Zehn nach halb acht trudelt der Bus ein. Gemach, gemach, das ist der, der um halb sieben fahren sollte. Die Busse kommen von Arusha, und das ist immerhin eineinhalb Stunden entfernt... Uns schwant Übles! Um acht Uhr kommt der sieben-Uhr Bus und schon um halb neun biegt unser Luxusgefährt um die Ecke. Der ist aber wirklich schön, mit Polstersitzen, WC und Klima, die auch funktioniert.

 

Nachdem die letzte Schachtel verstaut und der letzte Verwandte verabschiedet ist, setzen wir uns gemächlich in Bewegung. Außer uns ist nur eine weiße, israelische Familie an bord, sonst alles Schwarze. Der Bus ist voll besetzt, aber jeder hat seinen reservierten Sitzplatz.

 

Ziemlich lange fahren wir durch besiedeltes Gebiet. Dann beginnt landwirtschaftlich genutztes Territorium. Männer und Frauen arbeiten auf den Feldern, Maschinen sehen wir keine.

 

Dann wechselt die Landschaft, stundenlang fahren wir an einer Bergkette zur Linken vorbei, rechts ist alles eben und Buschland. Wir sehen riesige Kakteen und die ersten Baobabs. Sie sind noch kahl, andere Bäume zeigen schon ein erstes Grün, denn die ersten Regen beginnen zu fallen.

 

Später kommen wir wieder durch Farmland. Es sind Agavenplantagen, die sich meilenweit beiderseits der Straße erstrecken. Manche Agaven blühen auf ihren meterhohen Blütenstielen. Den Agaven hat man die unteren Blätter weggeschnitten, das Laub wird getrocknet zu Bündeln geschichtet.

 

Große und kleine Termitenhügel sehen wir. Außerhalb des genutzten Gebiets ist das Buschland dicht verwachsen. Da bräuchte man eine Machete, um durchzukommen. Wo die Landschaft offener ist, stehen meterhohe Kakteen und Einzelbäume.

 

Auch Verpflegung ist inbegriffen: Kekse und Getränke. Mittags rasten wir in einem Schnellimbiss, wo es Grillhuhn und Pommes gibt. Schmeckt gut!

 

 

Nach einer halben Stunde geht es weiter. Zehn bis elf Stunden soll die Fahrt dauern, je nach Vorkommnissen... Es kommt nichts vor, außer, dass es einmal ein wenig regnet. Der Verkehr ist auch nicht aufregend, die Straßen überwiegend gut. In den Dörfern sehen wir jetzt die ersten Häuser mit Strohdächern, die Wände haben als Grundgerüst Holzstangen. Aber es gibt auch schon viele neue, glänzende Wellblechdächer. Nicht schön anzusehen, aber sicher praktisch, weil sie Ungeziefer und Regen abhalten. Sind aber teurer, auch in der Instandhaltung.

 

Langsam werden die Dörfer wieder mehr, bis wir schließlich in den Großraum Daressalam eintauchen. Nicht die Hauptstadt, aber die größte, wuseligste...

 

Am örtlichen Busbahnhof steigen wir aus. 11 1/4 Stunden sind es letztendlich geworden, eine gute Zeit! Man hat uns auf das hiesige Chaos vorbereitet, Schlepper mit totsicheren Tips, Taxifahrer, etc. und sind gut gerüstet. Den Preis für ein Taxi haben wir auch vorher erfragt, denn es wird hier ja schon um 1/2 sieben dunkel, und mit dem Dalla-Dalla dreimal umsteigen mit allem Gepäck ist uns einfach zu gefährlich.

 

Wir achten darauf, in ein Taxi zu steigen, das weiße Kennzeichen hat und somit registriert ist. Viele Privatautos bieten nämlich auch Taxidienste an, und manchmal wird da wer woanders hingefahren und überfallen. Bei den registrierten weiß man nachher wenigstens, wer es war...;)

 

Wir wissen auch, dass die Taxifahrer manchmal Schleichwege fahren, um der ewig verstopften Hauptstraße zum Flughafen auszuweichen. "Okay, okay?", fragt der Fahrer immer wieder. Karl sitzt mit dem GPS daneben und kontrolliert, ob wir in die richtige Richtung fahren. Der Asphalt schwindet und bald sind wir wieder auf den für Nebenstraßen üblichen Staubstraßen. Wir holpern über Stock und Stein, die Schlaglöcher haben wieder einmal Badewannengröße. Es ist stockdunkel, am Straßenrand flackern die Kochfeuer der Garküchen. Wir durchqueren diverse Dörfer, dazwischen geht es über die Äcker! Manchmal quetschen wir uns nur cm enfernt an Dalla-Dallas und Tuk-Tuks-vorbei. Plözlich biegen wir scharf links ab und rumpeln steil hinunter in ein trockenes Flussbett, und alle anderen Fahrzeuge sind weg. Huch!!! Plötzlich sind wir gar nicht mehr sicher, ob wir einmal in unseren Betten sterben werden... 

 

Doch mit Anlauf rumpeln wir auf der anderen Seite wieder hoch und sind im nächsten Dorf. Diese Abkürzung kennen halt die anderen nicht!

 

Nach nur einer Stunde sind wir am Flughafen und haben uns damit 1 bis 2 Stunden erspart. Super!

 

Die folgende Nacht verbringen wir am Flughafen, denn um fünf Uhr Früh geht unser Flug. Der erste...

 


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