Namibia ist anders...

Fassungslos sehen wir zu, wie die Kassiererin unsere sorgfältig ausgesuchte Flasche südafrikanischen Rotwein aus unserem Einkaufskorb fischt und zur Seite stellt. ???

 

Die Lösung folgt auf dem Fuße: Ab Samstag, 13 Uhr bis Sonntagabend darf kein Alkohol mehr verkauft werden! Das sind so die Schockerlebnisse in diesem für uns neuen Land. Doch unser Vermieter Wiets weiß Rat: Ihn kennen sie und er würde etwas kriegen, aber einfachkeitshalber steuert er ein Flascherl aus seinem Keller bei. 

 

 

Ihr seht also, wir beschäftigen uns mit Minderheitenproblemen. Ein anderes hätten die 85 % Schwarzen in diesem Land auch gerne: Momentan herrscht eine derartige Dürre, dass es verboten ist, Pools zu befüllen....

 

Die Namibier sind ausnahmlos "Fleischfresser". Nie werden wir den angewiderten Gesichtsausdruck von Wiets vergessen, als Karl sagt, dass er kein Fleisch isst. Wir haben Tränen gelacht! Wenn man Suppenbrühwürferl kaufen will, steht sogar bei der Gemüseausgabe dabei "meaty taste". Vegetarische Fertigprodukte sind unbekannt, und Fisch muss man suchen.

 

Wir, speziell Karin sind noch nicht ganz hier angekommen. Von Tansania sind wir einen total entspannten und freundlichen Umgang mit den Schwarzen gewöhnt. Hier verschanzt sich Weiß hinter hohen Zäunen mit Elektrozaun und Stacheldraht obenauf und bleibt unter sich. Grüßen tut auch keiner mehr, aber das kann daran liegen, dass wir in der (Vor)stadt sind. Gewisse Straßen soll man nicht zu Fuß aufsuchen, sondern nur mit dem Taxi. Im Auto darf nichts sichtbar liegenbleiben, damit es nicht aufgebrochen wird. Wachmänner allüberall, vor jedem Geschäft. Als ein Angestellter den Supermarkt verlässt, muss er sich abtasten lassen, ob er nichts gestohlen hat. Zeit, dass wir die Stadt verlassen.

 

Ab morgen haben wir für fünf Wochen ein Auto und gehen auf Safari. Die geplante Route führt uns zu den Viktoriafällen in Sambia und Simbabwe. Dann nach Simbabwe in den Hwange-Nationalpark und wieder zurück. Zurzeit soll in Simbabwe die größte Krise seit Jahren herrschen. Benzin und Lebensmittel werden knapp. Es gilt also, alles mitzunehmen. 

 

Dann wollen wir uns gründlich in Botswana umsehen, der Chobe-Nationalpark steht fest auf unserer Liste. Okavangodelta, etc.??? Je nach Lust und Laune. Und Regen... Manches kann man nur im Trockenen machen, für anderes ist Regen besser. Und die Regenzeit hat keinen Fixtermin...

 

Dann drehen wir uns wieder hinunter nach Namibia. Der Etosha-Nationalpark ist Fixstarter, der Rest wird nach Restzeit zusammengestellt. Hier wird es ja Sommer, kein Regen ist in Sicht. Ihr seht also, im Vergleich zu unserer ursprünglich geplanten Route haben sich einige Änderungen ergeben. Bedingt dadurch, dass Mietwagen in Namibia einfach billiger sind. Aber man darf damit nur bis zu den VicFalls fahren. Also muss der South-Luangwa warten, bis wir Richtung Uganda rauffahren. Da liegt er dann am Weg. Aber das ist Zukunftsmusik...

 

Vor der Haustür blühen lila Jacaranda-Bäume. Das sieht sehr schön aus. Sie blühen hier im September und Oktober.

 


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