Nambwa, 13. 10. - Got stuck?

Am nächsten Tag fahren wir nicht weit. Wir haben nämlich einen Tip bekommen: Nach Nambwa sollen wir fahren, da gibt es 100 Elefanten auf einmal zu sehen... 4x4 only!

 

Impressionen am Straßenrand

 

Die letzte Ortschaft vorher soll eine Tankstelle haben, die meistens Benzin  hat. Das nutzen wir aus. Die Benzinpreise gefallen uns besser als zuhause, ungefähr 70 ct./l. Zu Mittag kaufen wir uns einen Russen. Das ist hier eine Bratwurst. Karl begnügt sich mit Pommes. Dann machen wir uns auf in unseren ersten Nationalpark. Am Gate muss man wieder einmal alle Daten in ein Buch eintragen. Der Eintritt ist lächerlich: Umgerechnet 5 Euro für uns beide und den Wagen. Und dann geht es los, das off-road-Fahren.

 

Erster Versuch, durch den tiefen Sand zu pflügen: Der Motor stirbt ab. 

 

Zweiter Versuch, durch den tiefen Sand zu pflügen: Der Motor stirbt ab.

 

Dritter Versuch: ... Man ahnt es schon! Irgendwann erbarmt sich einer der hinter uns Wartenden und fragt, ob er uns denn das Auto durch die schlimmsten Stellen fahren soll. Gesagt, getan, wie ein Wilder heizt er los und wir fürchten um Leib und Leben und mehr noch um unser Auto.

Rumpel, pumpel und schon driften wir um die Kurven, dass die Tanja vor Neid erblassen würde... Bis zur letzten Kurve - die nimmt er suboptimal, und auf einmal sind wir ziemlich stabil eingeparkt...

 

Zeit für Plan B. Blöderweise kommt ein Safarifahrzeug des Parks und die Rangerin verspricht jemanden zu schicken, der uns rauszieht. Kaum sind die weg, kommen Deutsche, die uns anbieten, dasselbe für uns zu tun. Nur gratis! Mist! Jetzt können wir Lehrgeld zahlen. Besser Deppensteuer...

 

Donovan zieht uns raus. Er warnt Karl, rechtzeitig zu bremsen. Der Letzte, den er hier rauszog, knallte gegen einen Baum. Wir schaffen das besser;) "Das ist jetzt die letzte Stelle, wo ihr steckenbleiben könnt", meint Donovan und verschwindet. Ja, bis zur nächsten. Noch einmal graben wir uns ein. Jetzt helfen uns die Deutschen aus dem Schlamassel. Dann stellt sich heraus, dass einer von ihnen aus St. Pölten-Wagram ist.

 

 

 

 

Deppensteuer: Ob wir das beim Steurausgleich geltend machen können?

 

Aber allmählich hat Karl den Bogen raus. Und so schaffen wir es zur Campsite. Auch sie wunderschön mit Terrasse am Fluss. Wir stellen unser Zelt auf. Dann kommt Donovan vorbei kassieren. Umgerechnet 30 Euro zahlen wir. Deppensteuer halt! Aber ein Offroadkurs wäre teurer gewesen;) Wir wollen aber unbedingt zum Horse-shoe, weil dort alle Tiere zum Trinken hinkommen. Auch tiefer Sand bis dorthin... Donovan erinnert uns an das, was wir Viefzacks gleich zu Beginn machen sollten: Reifendruck absenken. In der Theorie wüssten wir es ja...

 

Und jetzt flutschts!!! Und macht sogar Spaß! An den tiefen Sandstellen mahlen wir uns langsam durch, und um die Kurven flitzen wir! Es kann ja so einfach sein;) Und dann sind wir da. Nein, zuerst war da ja noch die Elefantenherde. Und die zweite... Elefanten!!! Endlich!!! Karin wollte so gerne Elefanten sehen. Das war der wichtigste Punkt der ganzen Reise!

 

 

Zum horse-shoe kommen die Tiere zum Trinken. Elefanten, Antilopen, Affen und Büffel ziehen zum Fluss. Wir sitzen am Fluss auf einem Baumstamm und sind begeistert. Sie trinken, die Elefanten sauen sich im Schlamm ein, dass jedes Kindergartenkind neidisch würde, und es wimmelt nur so vor Leben. Ein kleines Krokodackl überwacht das Ganze.

 

Rechtzeitig fahren wir dann los, damit uns noch Fahrzeuge folgen, falls wir uns wieder eingraben sollten. Es wird dunkel. Und dann fahren wir buchstäblich den Elefanten fast über die Füße. Von überall her kommen sie, und man muss wirklich vorsichtig sein. Immer wieder müssen wir warten, bis sie uns den Weg freimachen. Auch direkt vor der Campsite treiben sie sich herum und biegen zielsicher in unsere Einfahrt ein. Aber das ist noch nicht alles... 

 

Am Abend ist Karin duschen. Auf einmal kommt die Meldung: Elefanten zwischen Campsite zwei und drei. Mo-ment! Campsite drei ist unsere!! Karin schaut mal nach. Elefanten marschieren zielsicher auf unser Zelt zu. Schluck! Und was macht Karl? Der bleibt seelenruhig am Steg stehen. "Ist voll cool", meint er, als sich die Elefanten 20 m vor ihm in den Fluss zum Baden verziehen. Aber das ist noch nicht alles...

 

In der Nacht werden wir von lauten Elefantenfressgeräuschen wach. Genau neben unserem Zelt. Karin untersagt Karl unter heftigsten Strafandrohungen, das Zelt aufzumachen. Und dann kommen sie. Zehn Elefanten sind es schließlich, die unser Zelt umzingeln, schmausen und ein lautstarkes Bad im Fluss vor uns nehmen. Als dann einer direkt den Baum über unserem Zelt zum Dinner wählt, bleibt Karin fast ds Herz stehen. Keinen falschen Schritt jetzt, Burschi! Übrigen, Elefanten baden und futtern lang und ausdauernd!!!

 

 

 

 

Hier wurde unser Zelt "umzingelt", im Fluss baden sie...

 

 

 

Wie ihr am Elefantendung sehen könnt, sind sie beim Nachbarn zwischen den Zelten durchmarschiert.

Der Baum hier heißt wegen seiner Früchte tatsächlich Leberwurstbaum (echt jetzt, Johannes), und blüht wunderschön rot:

 


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