Im Einbaum über den Bunyonyi-See

Heute schlafen wir fast bis halb zehn. Es ist so herrlich ruhig hier, das Zelt steht direkt am See. Am Ufer liegen Einbäume. Wir mieten einen, um über den See zu rudern.

 

 

Nach gemächlichem Frühstück geht es los. Wir sind ja begeisterte Kajak-Fahrer. Aber so ein Einbaum hat so seine Tücken. Rudern geht ja noch. Aber steuern! Wir sehen den See öfters wie von einem Ringelspiel aus, denn des Öfteren drehen wir uns. Aber wenigstens kentern wir nicht! Denn der Bunyonyi-See ist der tiefste See Ugandas mit ungefähr 2000 m Tiefe!!! Also schon wieder kein Thermalsee! Da muss man auch nicht unbedingt die Zehen nass machen, vom Bauch ganz zu schweigen. Und wenn wir da absaufen, schwimmen wir weit heim…

 

Der Bunyonyi-See ist stark zergliedert, außerdem liegen zahlreiche Inseln darin, manche auch bewohnt. Deshalb ist viel Bootsverkehr. Die meisten rudern mit Einbäumen, es gibt aber auch schon ein paar Motorboote. Aber keinen „Spaßverkehr“,außer, dass sie Touristen rumrudern. Sehr erholsam. Durch die starke Gliederung sieht man aber nie den ganzen See.

 

Hier sind die Einbäume noch wirklich aus Holz und handgefertigt, wie man an den Bearbeitungsspuren sieht. Könnt ihr euch noch erinnern: In Botswana gibt es ja aus Naturschutzgründen keine neuen Holzkanus mehr, um die großen Bäume zu erhalten. Das wurde vom Staat verboten. Uganda ist da noch nicht so fortschrittlich, oder hat einfach noch genug Bäume.

 

Nach einer Stunde zieht ein Gewitter auf, der Wind kommt auf und Wellen. Zu Hülf! Wir legen uns ins Zeug, lassen unsere Muskeln schwellen, wie einst Schwarzenegger und drehen uns (Miststeuerung!) ans rettende Ufer. Unter einem Baum warten wir den Regen ab, dann paddeln wir wieder geruhsam zurück, faulenzen ein bisschen und dann freuen wir uns schon aufs Abendessen. Wir haben nämlich heute etwas Besonderes bestellt.

 

Nur in drei Seen in Uganda soll es den Crayfish geben. Einer ist eben der Bunyonyi-See. Super! Einmal in Masala-Sauce, einmal in Knoblauch-Sauce bestellen wir und freuen uns auf den Fisch, der da kommen wird. Nun sollte man halt besser Englisch können. Denn Crayfish heißt nicht Fisch, sondern es sind Krebse!!!

 

Wir sind begeistert! Während die Krebserl in Masala-Sauce würzig scharf sind und in der Sauce gekocht wurden, kommen Karls Krebserl frittiert in Knoblauch mit einer köstlich knofeligen Tomatensauce extra. Dazu Reis und Gemüse und schon wieder schlemmen wir. Und in letzter Zeit schaffen wir die Riesenportionen bis aufs letzte Reiskorn!

 


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