Gedankensplitter

Wie ein buntes Kaleidoskop wirbeln die Gedanken durch unseren Kopf. Ständig neue Eindrücke, so vieles sehen wir jeden Tag, man müsste sofort alles aufschreiben… Deshalb schreiben wir jetzt alles so auf, wie es uns in den letzten Tagen begegnet ist: Bunt durcheinander, so wie wir Indien erleben...

 

Wir schlendern durch die engen Gassen Varanasis. Ein Leichenzug kommt uns entgegen: Die Verwandten tragen die Bahre mit dem Verstorbenen, der mit einem orangen Tuch bedeckt ist. Kein Sarg, kein Wagen. Wir müssen uns auf die Seite quetschen, damit sie vorbeipassen 

 

Unzählige Kühe hier in Varanasi, mehr als in den anderen Städten, Gemuhe und Kuhsch.. allüberall. Auch an ihnen muss man sich vorbeiquetschen. Obwohl heilig, werden sie nicht gefüttert. Manche sind halb verhungert.

 

Viele, viele Straßenhunde, aber friedfertig, nie zum Fürchten wie in Rumänien

 

Auf den Straßenständen oft Räucherstäbchen und Blumen, in den Geschäften oft ein kleiner Hausaltar, auch er mit Blumen geschmückt

 

Varanasi ist bisher die dreckigste Stadt, die Leute sind aber genauso freundlich wie anderswo

 

Ein Tuk-Tuk-Fahrer möchte zur Geschäftsanbahnung eine Gemeinsamkeit herstellen und sagt zu Karl:“ Wir sind beide alte Männer. Ich bin 75, und du?- Hmpf!

 

Beim Goldenen Tempel muss man sich als Ausländer registrieren. Der Beamte schaut auf Karins Passfoto aus 2010, dann lange auf sie, dann wieder auf das Foto. Fragend. Karin: „I was younger!“ – Alles klar! - Hmpf!

 

Karl wird öfters Hasch angeboten. „Hasch, Opium, Full power!“ Wir amüsieren uns. Das ist uns mit Ausnahme von Victoria Falls das letzte Mal vor mehr als 20 Jahren in Amsterdam passiert. Aber wir haben es damals nicht ge(b)raucht, wir tun es auch heute nicht. Unser Bewusstsein erweitern wir, indem wir mit offenen Augen durch die Welt gehen. Und Träume machen wir uns nicht künstlich,  die erfüllen wir uns.  Das ist uns lieber. Aber stimmt etwa, was Toni gesagt hat: „Onkel Karli, du schaust allmählich aus wie ein alter Hippie!“ – Na, da müssen wir den Karli nach der Reise aber wieder auf Hofrat bürsten!

 

Wir fahren Rikscha. Karin leitet die Preisverhandlungen. Karl ist viel zu weichherzig: “Na, dann geben wir ihm halt ein bisschen mehr“. Vier Tuk-Tuk-Fahrer mischen sich ein und quatschen laut drein. Die resolute Dame aus dem Abendland vertreibt die vier in die zweite Reihe. „100 Rupien“ startet das Schlitzohr die Verhandlungen. Die Strecke darf höchstens 20 kosten, ist echt nicht weit, nur sind wir schon müde und stinkfaul. Karin bietet 10. Ungläubig rauft sich der Gute die Haare. Unmöglich, da müsste er ja verhungern! 50. Mindestens! Um 15 fahren wir. Plötzlich lauter Beifall aus der zweiten Reihe. Wir scheinen einen guten Preis bekommen zu haben… Wir wollen niemanden ausnutzen. Aber "Opfer" sind wir auch nicht. Und Handeln macht Spaß! Anscheinend auch dem Rikschafahrer, denn zügig radelt er los.

 

In drei Tagen Varanasi haben wir nicht einmal die Sonne gesehen. Es ist nebelig und für uns sehr kalt. 

 

Ein Inder sagt zu Karl. "Du benimmst dich, als ob du schon ein halbes Jahr in Indien wärst. Die anderen Touristen schauen beim ersten Mal immer so verschreckt aus."

 

Sylvester lassen wir es ruhig angehen. Hier wird nur in der Familie gefeiert. Ein klein wenig Kracher, ein Minifeuerwerk und aus die Maus. Wir lassen das letzte, so überaus ereignisreiche Jahr Revue passieren und sprechen über unsere Wünsche für das nächste.

 

Um Neujahr lassen die Inder gerne Drachen steigen. Gerne auf den Flachdächern. Von Zeit zu Zeit fällt einer runter. Inder, nicht Drachen... (keine eigene Erfahrung)

 

Nicht nur Inder, auch Japaner wollen ein Foto mit uns (Hintergrund egal)

 

Auf den Stufen der Ghats wird nicht nur Körperpflege betrieben, auch der Barbier geht seinem Geschäft nach und rasiert und massiert den Schädel. Auch professionelle Ohrenausputzer gibt es. Mit metallenen Haken gehen sie ihrer furchterregenden Tätigkeit nach (haben wir wirklich genau gesehen!)

 

Während Karin wieder gesund ist, hält Karls Körper frittierte Spinatblätter nicht für die geeignete Diätnahrung und wehrt sich. Außerdem hat er sich stark verkühlt. Trotzdem scheinen wir mit dem Leben davonzukommen 😉 Wie hat Karins Oma immer so schön gesagt:“ Unkraut verdirbt ned, Mistviech stirbt ned!“

 


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