Zum Inle-See

Wir machen uns auf den Weg zum Inle-See. Die Fahrt ist sooo spannend. Da wir heute den Tagbus nehmen können, sehen wir Land und Leute. 

 

Leider können wir den Bus nicht anhalten, um zu fotografieren, sonst gäbe es hier mindestens 100 farbenprächtige Bilder.

 

Wir kommen ins Gebiet der Shan. Sie leben in der Region um den Inle-See. Die Frauen tragen einen rot-schwarzen „Turban“ aus einem gewickelten Tuch. Darunter haben sie die langen Haare zum Knoten gedreht.

 

Auch die Paoh-Frauen sind schön anzusehen. Sie tragen lange schwarze Röcke und Jacken und ein schwarz-oranges gewickeltes Tuch. Dazu gehört eine gewebte Schulter-Umhängtasche. Wir finden es schön, dass noch so viele Frauen die Tracht tragen.

 

Wir sehen Frauen in den Reisfeldern arbeiten. Sie tragen Tücher um den Kopf gewickelt, darüber spitzkegelige Strohhüte. Mit ihren Hauen bearbeiten sie den Boden. Die Männer schöpfen Wasser aus den Bewässerungsgräben auf die Felder. Teilweise sind die Reisfelder in den Hügeln terrassiert.

 

Zebu-Rinder ziehen hölzerne Karren. Büffel suhlen sich im Wasserloch. Klischeehafte Bilder, wirklich gesehen…

 

Auf anderen Feldern sind die Chilis reif. Kleine Früchte, die von Frauen geerntet und in Strohkörbe gelegt werden, die sie mit einer Art Stirnband tragen. Vor den Häusern sind Unmengen von Chilis auf Matten zum Trocknen ausgebreitet. Manchmal auch auf Hausdächern.

 

Beim Mittagessen können wir uns erstmals gar nicht durch Sprache verständigen. Wir gehen mit der Kellnerin zum Tisch anderer Essender und zeigen auf das, was uns schmecken könnte. Es kommt schließlich Reis, eine gebundene Gemüsesuppe, ein Teller Fleisch, das wir für ein Gemüse gehalten hatten, ein Salat aus Kraut und Karotten, ein anderer Salat aus Chilis und ungekanntem Gemüse, richtig scharf, dazu grüner Tee, soviel man will. So eine Mahlzeit kostet einen Euro pro Person.

 

Wir fahren durch hügelige Landschaft auf enger kurviger Straße. Jetzt wissen wir auch, warum wir jeder mit Plastiksackerl ausgestattet wurden. Denn die Frau neben Karl erbricht sich immer wieder heftig in ihr „Jausensackerl“… Das Geld fürs Mittagessen hätte sie sich sparen können.

 

Wir sehen zahlreiche Häuser aus Bastmatten. Manche auf Pfählen, andere ohne. Auch einige Langhäuser sind dabei. In diesen langen Häusern aus Matten wohnten früher oft mehrere Familien miteinander, heute werden sie hier vorwiegend als Lagerräume verwendet.

 

Es ist ein beschauliches Fahren. Doch nicht mehr lange. Überall werden die Straßen zum Verbreitern vorbereitet. Dann wird es vorbei sein mit der (notgedrungen) beschaulichen Fahrt mit oft nicht mehr als 35 bis 40 km/h. Für die heutigen knapp 200 km sind sechs Stunden veranschlagt. Und schon knapp etwas mehr als sieben Stunden später sind wir am Ziel😉

  

Die Einheimischen reisen mit einer Art Pritschenwagen. Die Sitze sind zwei hölzerne Sitzreihen in Längsrichtung, und sie werden gnadenlos vollgestopft. Auch wir fahren die letzten km zum See mit so einem Gefährt. 

 

 

Am See angekommen, wird von den Behörden Eintritt kassiert! 10 USD pro Mann und Nase für eine Woche, auch wenn man nur einen Tag bleiben will. Wucher! Wir wollen sowieso eine Bootstour machen, aber dann auch noch soviel Eintritt zahlen, wenn man dort auch im Hotel schläft, finden wir nicht richtig. Es wird nicht das Einzige bleiben, was uns in dieser Toursitenhochburg nicht gefällt...

 


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