Im Boot auf dem Inle-See

Eine Bootsfahrt auf dem Inle-See gehört zum Touristenpflichtprogramm in Myanmar. Mit Langbooten geht es über den See, zu einem Markt und verschiedenen Handwerksbetrieben.

 

 

 

 

 

Am Morgen ziehen die Mönche in einer langen Reihe barfuß durch die Straßen, um ihr Essen zu erbitten.

 

 

 

 

Wir teilen uns das Boot mit Marischka aus Holland, die seit April unterwegs ist. So ist es für uns alle günstiger, da der Preis für das Boot gilt. Und es ist nett, Gesellschaft zu haben. Zuerst fahren wir im dichten Nebel los. Es geht nach Taung Tho. Hier findet ein Markt statt. Im fünftägigen Wechsel findet der Markt jeweils in einem anderen Dorf statt. Viele Pa-oh in ihrer schönen Tracht finden sich als Kunden und Verkäufer ein. Die Bootsfahrt dauert fast zwei Stunden, da das Dorf auf der anderen Seite des Inle-Sees und dann noch ein gutes Stück weiter an einem Kanal liegt. Im Boot sitzen wir auf Stühlen mit Kissen und haben Decken zum Zudecken, denn Nebel und Fahrtwind lassen uns schnell auskühlen. 

 

Am Markt werden neben dem üblichen Touristenkrempel Obst, Gemüse, Speisen und Kleidung verkauft.

 

Einige sind mit ihren Karren gekommen, die von Zeburindern gezogen werden, die meisten aber mit Booten.

 

Am Hügel darüber eine Pagode mit zahlreichen Stupas.  

 

 

Dann fahren wir über den See zu den verschiedensten kleinen Werkstätten. Den Anfang macht eine Lotusweberei. Das wird nur am Inle-See gemacht, die Lotusgärten liegen hinter dem Dorf. Im Inneren der Lotusstengeln gibt es feine Fasern. Sie werden herausgelöst und gerollt und gebündelt, sodass eine feste Schnur wie ein Spagat entsteht. Damit wird dann gewebt.

  

In der Werkstatt wird auch Seide verwebt. Die Seide wird mit Chemie-Farbe gefärbt, der Lotus bleibt natur.

 

 

Anschließend fahren wir in eine Werkstätte, wo die traditionellen Cheroot-Zigarren hergestellt werden.

 

 

Auch einem Bootsbauer sehen wir bei seiner Arbeit zu.

 

 

Wir besuchen eine Silberschmiede, wo über dem Feuer Silber flüssig gemacht und dann verarbeitet wird.

 

Bei der Phaung Daw U Pagode gibt es die königliche Barke mit einem großen Hintha-Vogel (sieht aus wie ein königliches Suppenhuhn). Beim jährlichen Lichterfest fährt sie mit einem Buddha-Schrein über den See, und alles wird mit Kerzen und Laternen erleuchtet.

 

 

Hier liegen auch die Boote, die für die Wettrennen der Einbeinruderer verwendet werden. Der Inle-See ist für seine Einbeinruderer berühmt. Mit einem Bein bedienen sie stehend das Ruder der Fischerboote. Sie fischen mit Reusen und wir können sie bei der Arbeit beobachten. Andere posieren lieber für Touristen.

 

 

Eine andere Berühmtheit am Inle-See sind die schwimmenden Gärten. Wir sehen, wie auf schwimmende Matten aus Tonnen Erde gehäuft wird, um einen neuen Garten anzulegen. In diesen Gärten im See wird Gemüse angebaut.

 

 

  

Das Nga Phe Kyaung Kloster ist alt und innen sehr beeindruckend. Alte große Teakholzstämme in Rot und Gold tragen die Decke, reichverzierte Buddha“schreine“ mit Buddhafiguren sind in einer großen Halle zu besichtigen.

 

Auch durch ein ganz normales Dorf schlendern wir. Die Häuser stehen auf Pfählen, die Dörfer sind von Kanälen durchzogen, dazwischen Wege, Boote dienen als Verkehrsmittel. 

 

 

Eine Papierschirmmanufaktur sehen wir auch noch. Hier sieht man, wie Papier geschöpft wird, der Stiel gedrechselt und die „Speichen“ zusammengesetzt werden. Es gibt Sonnenschirme und imprägnierte gegen den Regen. Hier sitzen auch noch drei Padaung-Frauen und weben, um das touristische Programm zu vervollständigen.

 

 

Der Ausflug dauert den ganzen Tag, und nach dem morgendlichen Nebel ist bald die Sonne herausgekommen. Es ist ein sehr schöner Ausflug, wenn auch sehr touristisch, weil sehr viele Touristenboote unterwegs sind und natürlich bei jeder Werkstatt ein kleiner Shop dabei ist. Aber man wird nicht gedrängt zu kaufen, und es war für uns interessant zu sehen, wie manche dieser für uns ganz unbekannten Handwerke mit teils altfürderlichen Methoden betrieben werden. 

 

Am Abend suchen wir uns ein Restaurant. Doch was sehen unsere reiseerprobten Augen: Holzofenpizza, Pasta, Hotpants in einem Land, in dem die Frauen bekleidet baden - hier hat sich eine Art Tourismus ausgebreitet, die wir nicht suchen. Dazu so viele Touristen, wie wir sie zuletzt bei der Shwedagon-Pagode sahen.

 

Doch wir finden ein nettes Shan-Restaurant und essen sehr feinen ganzen Fisch. Karl als ein Shan-Curry mit Tomaten und viel Gemüse, Karin mit Gemüse, Ingwer und Knoblauch. Dazu Reis und ein warmer Auberginensalat. Ein Festmahl!

 


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