The Loop - der zweite Tag

 

Der zweite Tag unserer Motorradtour führt uns über steile enge Straßen ins Gebirge bis zur Konglor-Höhle, einer der Hauptsehenswürdigkeiten von Laos.

 

 

Zuerst fahren wir noch lange Zeit am Staussee mit seinen surrealistischen toten Bäumen entlang. Dann windet sich die Straße ins Gebirge. Die Berge hier sind eigentlich nicht hoch, bessere Hügel, aber sehr steil. Hier zeigt sich, wie gut es war, ein Kleinmotorrad zu wählen. Denn mit uns beiden drauf und sehr reduziertem Gepäck schnauft es zwar nicht, muss sich aber auf den Steigungen auch ein wenig plagen. Mit einem normalen Moped hätten wir das nie geschafft! Und das liegt jetzt nicht an der guten asiatischen Küche;)

 

Denn mit der hadern wir allmählich: Immer das Gleiche auf der Speisekarte und die Portionen sind wie die Asiaten: Klein! Manchmal haben wir schon nach zwei Stunden wieder Hunger, finden aber in den kleinen Dörfern oft nur Nudelsuppe. Was den Hungertod aber auch nur knapp abhält. So manche(r) träumt da von deftiger österreichischer Hausmannskost...

 

In einem Dorf hat man aus den Überresten von Bomben etwas Nützliches gemacht. Denn Laos war während des Vietnam-Krieges genauso betroffen und gehört zu den meist bombardierten Ländern überhaupt. Noch heute gibt es immer wieder Opfer von Sprengsätzen. Hier hat man die Kriegsreste nützlich verwertet und Boote daraus gemacht. Wir sahen auch schon Blumentöpfe aus Munitionsresten.

 

 

Unser Weg führt uns zur Konglor-Höhle. Diese riesige Höhle wird auf sechs Kilometern von einem Fluss durchflossen und mit dem Boot kann man bei einem zweistündigen Ausflug durchfahren. Innen gibt es Sandstrände und jetzt bei Trockenzeit muss man ein paar Mal aussteigen und weiterwaten, während der Bootsmann das Boot weiterzieht. Eine Stelle wurde ausgeleuchtet und wir steigen aus und gehen zwischen den Felsgebilden herum, die in verschiedenen Farben beleuchtet wurden.

 

 

 

 

 

 

 

Eines der filigranen Gebilde erinnert uns an das Dornröschenschloss.

 

Auf der anderen Seite der Höhle angelangt, fahren wir den Fluss noch ein Stück entlang zu einem Dorf und sehen den Wasserbüffeln bei ihrer Lieblingsbeschäftigung zu.

 

 

Schon vor der Höhlenbesichtigung haben wir uns um einen Schlafplatz bemüht. Hier wird Homestay angeboten: Schlafen und Essen bei einer einheimischen Familie. Wie schon gewohnt, handelt es sich um zwei Matratzen am Boden im Hauptraum, wo auch noch andere schlafen. Aber wir haben ein Moskitonetz, einen Vorhang und superkuschelige Decken. 

 

Die Familie ist nett: Eine fröhliche Mama, ein freundlicher Papa, der das Gespräch sucht, obwohl er nur laotisch kann, drei Söhne und eine Oma. Kleinfamilie, sozusagen.

 

"Kuchlschmutz" Karl sieht der Mama beim Kochen zu, auch hier wird auf Holz gekocht, einfach Äste auf Beton. Die Familie hat eine Waschmaschine, einen Kühlschrank, Fernseher und Handy, aber Küche und "Badezimmer" sind noch sehr rustikal.

 

Wir bekommen ein Gericht aus Zwiebeln, Knoblauch und Kraut mit einem Fleisch, das wir beide nicht zuordnen können, am ehesten Leber oder Wild. Dafür spricht, dass auch in dieser Nacht einer jagen geht... Aber es schmeckt sehr gut und wir müssen ja nicht immer alles ganz genau wissen, oder;)

 

Dazu gibt es viel Reis und ein Omelett. Beim Essen kommt der Hausherr und bindet uns beiden ein weißes Wollband um den Arm. Er bespricht es mit einem Segen, glauben wir. Fragen können wir ja nicht, weil alle nur Lao sprechen. Zurück in Thakhek haben wir gefragt: Es soll bedeuten, dass sieben Schutzengel auf uns achten sollen! Drei Tage darf man es nicht abnehmen, dann kann man es in einen Banyan-Baum hängen. Wir haben diese Bänder schon öfters gesehen, in Autos, bei Menschen und auch in den Banyan-Bäumen. Jetzt haben wir selber eines bekommen. Solcherart beschützt, wird uns ganz warm ums Herz. So eine schöne Geste!

 

Dazu noch unsere Schutzengel, die wir von zu Hause bekommen haben und jeden Tag tragen... Da sollte eigentlich nichts schiefgehen! Hoffentlich kommen wir gut nach Hause und sehen alle unsere Lieben wieder!

 

Nach dem Essen setzt sich der Hausherr zu uns, eine Unterhaltung ist aber mangels gemeinsamer Sprache schwierig. So zeigen wir ihm Familienfotos und Fotos von Österreich, das schafft immer eine Basis. Dann kommt er mit einem Dessert, das bei Karin ein sofortiges Einrollen der Zehennägel auslöst: Da müssen wir jetzt durch! Eine süße kalte Suppe mit Maiskörnern und Sago drin. Picksüß! Es wäre sehr unhöflich, abzulehnen, noch dazu wo die ganze Familie durch zufriedenes Schmatzen zeigt, wie sehr es schmeckt. Na gut, was muss, das muss... Erstaunlicherweise findet Karl diesen Gaumenschmaus ganz gut und unsere Ehre ist gerettet. Und das mit dem Schmatzen bringen wir jetzt auch schon ganz gut hin;)

 


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