Drei Hiesis on tour

Ab heute machen nicht nur zwei Hiesis die Gegend unsicher. Unser Sohnemann hat sich uns angeschlossen, und wir erkunden mit dem Moped Angkor Wat.

 

 

Schon nach kurzer Zeit ist Karl jr. mit seinem heißen Eisen vertraut und folgt uns bei unserem Slalom durch die Schlaglöcher. Nur das mit dem Schlüsselabziehen muss er noch ein wenig üben😉   

 

Schon um sieben treffen wir uns, denn wir wollen Angkor Wat ohne Massen sehen. Den Sonnenaufgang schenken wir uns, wir sind der Meinung, das kann sie auch alleine😉 Bald ist ein Dreitagesticket, wählbar innerhalb von zehn Tagen, erstanden. Dann nichts wie hin. Ja denkste, keine 5 km außerhalb der Stadt, kurz vor Angkor Wat stehen wir mit plattem Reifen da. Na toll! Das fängt ja gut an!

 

Aber gleich auf der anderen Straßenseite hat ein mobiler Reifenflicker seinen „Laden“ am Straßenrand aufgebaut. Der wartet wahrscheinlich auf Touristen auf desolaten Mopeds… Der Schlauch muss gewechselt werden, das Ventil ist ausgerissen. Aber bald sind wir wieder on the road.

 

In Angkor Wat, dem Hauptempel, weist man uns an, hinter der Schranke mit dem „Einfahrt verboten“ zu parken. Ok, dann umkurven wir die Schranke halt. Aber wo sind die Leute?  Wir kommen hin, und es ist fast keiner da. Haben die vergessen, dass wir es mit einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Asien zu tun haben? Aber nein, irgendwie sind wir durch den Hintereingang gekommen und sehen den Tempel von der Rückseite zuerst. Vorne und innen dann stauen sich wie erwartet die Massen.

 

Um auf die oberste Ebene des Tempels hinaufzusteigen, muss man sich anstellen, da immer nur 100 Leute auf einmal rauf dürfen. „Kommt zwischen 12 und 2“, sagt uns ein Wächter. „Dann ist es ruhiger.“ Und so machen wir es später und warten keine fünf Minuten. Danke für den Tipp! 

 

Angkor im hellen Sonnenlicht wirkt nicht so geheimnisvoll und riesig wie erwartet, ist aber dennoch sehr beeindruckend. Die ganze Anlage besteht aus einer Vielzahl von Tempeln, die über ein riesiges Areal verteilt sind.  Dazwischen düsen wir mit dem Moped rum.

 

Kommt ein Baum und steigt über die Mauer...

 

 

Als nächstes geht es zum „Tomb Raider“ Tempel Ta Prohm. Der verwachsene Türsturz mit den Baumwurzeln ist wohl das berühmteste Motiv von Angkor, steht aber eigentlich mitten im Tempel und nicht irgendwo im Dschungel. Insgesamt wirkt das Ganze wesentlich „aufgeräumter“ und weniger verwachsen, als erwartet und erwünscht.

 

 

Der nächste Tempel, Pre Rup, begegnet uns eher zufällig:

 

 

Die für uns schönsten Tempel sind Ta Som und Neak Pean.

 

An der Rückseite von Ta Som wächst auch ein Baum mit verschlungenem Wurzelgeflecht über dem Eingang. Hierher verirren sich viel weniger Leute und man kann in Seelenruhe sitzen und schauen.

 

 

Neak Pean steht in einem Wasserbecken und spiegelt sich wunderschön darin. Beide Tempel sind eher klein, aber insgesamt sehr stimmungsvoll, vor allem im Abendlicht.

 

 

Dann besuchen wir noch Neak Khan, der aber eher fad ist. Hier werden wir vom Wächter gelobt, weil wir das Moped mit einem Schloss abschließen. Entpuppt sich als schlaue Wahl, denn Karli vergisst zum zweiten Mal an diesem Tag den Zündschlüssel im Moped. Beide Male steckt er nachher noch. Gute Gegend!

 

 

Dann wollen wir einem Tipp für den Sonnenuntergang folgen und brettern 7 km über die Dörfer. So lernt unser Karl auch einmal kambodschanische Dörfer kennen, wo Kinder, Hühner und Kühe ungebremst über die holprige Landstraße laufen und die Schlaglöcher so tief sind, dass wir mitsamt dem Moped drin verschwinden.

 

Der Tipp entpuppt sich als Verhau. Die Sonne geht fraglos schön unter, nur Angkor Wat sieht man von dort überhaupt nicht! Dafür gibt es hier überhaupt keine Touristen. Warum wohl?

 

Und plötzlich ist der Karli verschwunden. Himmel, was ist jetzt passiert? Im Dunklen ist uns ständig ein Moped gefolgt, aber zu spät merken wir, dass es ein Fremder war und unser Sohnemann abgängig ist. Also zurück! Wir finden ihn weit zurück am Straßenrand – Benzin war alle! Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass er schon zuvor tanken wollte, aber bis zu nächsten Tankstelle ist es oft weit. Wobei eine Tankstelle hier oft einfach ein paar mit Benzin gefüllte Plastikflaschen am Straßenstand sind. Praktischerweise ist ihm das Benzin vor einer solchen ausgegangen, unpraktischerweise hat sie keinen Benzin mehr. Aber Hilfe war schon da. Drei Burschen aus dem Dorf bieten an, zu nächsten „Tankstelle“ zu fahren und einen Liter Benzin zu holen. Also fährt Karl sen. mit einem kambodschanischen Kind am Rücksitz Benzin holen. Sie sind einfach nur nett und hilfsbereit hier. Danke schön!

 

Den schönen Tag beschließen wir mit einem schönen Essen. Wir sind sehr froh, dass Karli da ist. Umso schmerzlicher vermissen wir jetzt Stefan, der zuhause Zivildienst machen muss und die Stellung hält. Wie schön, wenn wir jetzt alle vier hier wären!


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