Islas Ballestas

Ein wenig Aufmerksamkeit hätten wir uns schon erwartet. Immerhin sind wir aus dem fernen Europa angereist, um ihn zu besuchen. Doch das lässt den faulen Seelöwen ganz offensichtlich kalt. 

 

 

Mit dem Boot sind wir von Paracas in einer halben Stunde zu den Islas Ballestas gefahren. Zuvor machen wir bei einer großen Pelikankolonie halt. Immer wieder fliegen diese großen schönen Vögel auch über unser Boot hinweg. Sie leben vom Fischfang, und wir sehen sie zu Tausenden dicht an dicht gedrängt am Ufer sitzen. 

 

 

Unser nächster Halt führt uns, sagen wir einmal, zu einem etwas seltsamen Etwas. Es ist ein in die Erdoberfläche eingravierter Riesenkandelaberkaktus. Die Führerin versucht die Verursacher in einer etwas krausen Theorie mit den Erschöpfern der Nascar Lines in Verbindung zu bringen. Wir tippen eher auf die örtliche Tourismusbehörde…;) da sie aber meint, das Riesending wäre erstmals 1863 erwähnt worden, könnte der Verursacher auch Thomas Cook gewesen sein…

 

 

Karins absolutes Highlight sind die Humboldpinguine. Das erste Mal sehen wir diese hübschen kleinen Vögel in freier Natur. Und zu unserer großen Freude watschelt eine kleine Gruppe hinunter  zu den Felsen am Ufer, und schwupps hüpft einer nach dem anderer ins Wasser. Mensch, die schwimmen aber schnell! 

 

 

Weiter geht die Fahrt zu den Guano-Inseln Islas Ballestas. Bekanntlich ist Guano Dünger, der aus den Exkrementen der abertausenden Vögel, die auf diesen Inseln leben, besteht. Was wir in Europa teuer kaufen, wird hier alle 7 Jahre „geerntet“. Dazu bleiben die Arbeiter bis zu 5 Monate auf den Inseln. Wir stellen uns diese geruchsintensive Beschäftigung vor und verzichten dankend. So mancher auf unserem Boot ist ein Glückspilz. Zumindest reden sie das denen ein, die einen Vogelschmatz auf den Kopf bekommen 😉.

 

 

Und dann – tata – der erste Seelöwe! Wie schon erwähnt ist er nicht der aktivste. Wahrscheinlich muss er ein Verdauungsschläfchen halten, denn Seelöwen jagen nachts. Doch alle scheinen nicht so faul zu sein, den schon auf der Fahrt hierher haben wir immer wieder die Köpfe schwimmender Seelöwen auf- und abtauchen gesehen. Und wir bekommen auch genug Gelegenheit, Seelöwen beim Posen und sogar beim Sprung ins Meer beobachten zu können.

 

 

Absoluter Höhepunkt ist die Seelöwenkolonie am Strand. Ihr Lärm und ihr Grunzen sind weithin zu hören.

 

seltene rotfüßige Kormorane
seltene rotfüßige Kormorane
Tausende Kormorane überwintern hier
Tausende Kormorane überwintern hier

 

Viel zu schnell ist die Zeit der Tierbeobachtung vorbei, und wir müssen wieder zurück aufs Festland. Schnell zusammengepackt, noch ein Menü mit einer fantastischen Hühnersuppe verzehrt, und dann entern wir einen Sammeltaxibus nach Pisco. Haben wir für unsere Nachtbusfahrten die ganz sicheren aber dafür teureren Busse gewählt, probieren wir für die nur vierstündige Fahrt nach Lima die superbillige Variante. Hier wird der Bus nicht verrammelt, sondern sammelt im Gegenteil in afrikanischer Manier an jeder Ecke Passagiere ein. Trotzdem werden wir weder entführt noch ausgeraubt, sondern landen wohlbehalten in Lima. Jetzt noch schnell ein offizielles Taxi angehalten und heruntergehandelt, und bald darauf sind wir in einer netten Herberge in Miraflores. 

 


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