Rodeo in Moab

Wir wollen einmal keine Felsen mehr sehen, ihr sicher auch nicht! Deshalb schauen wir uns an, was für viele den „Wilden Westen“ verkörpert: Ein Rodeo. Hätten wir uns bewusst gemacht, was uns erwartet, hätten wir es gelassen.

 

 

Es beginnt beschaulich. Kleine Mädchen tanzen, hübsche Mädchen reiten mit Fahnen, auf denen die Namen der Sponsoren stehen, ein, und eine Art einfache Dressurdarbietung erinnert verdächtig an die Spanische Hofreitschule. Und auch die Miss Rodeo Utah reitet eine Runde mit.

 

 

Als Gäste in diesem Land erheben wir uns höflich, als die amerikanische Fahne „vorbeigeritten“ wird und  die Hymne gesungen wird. Als sie allerdings für die Helden bitten, die „im Ausland für die Freiheit kämpfen“, da wäre uns das eine oder andere eingefallen…

 

Doch dann das Rodeo. Toughe Cowboys auf wilden Pferden zeigen ihr Können, so stellt man sich das vor. Die Wahrheit ist: Den Pferden wird ein Gurt umgebunden, der ihren Unterleib einschnürt, was sie so „wild“ macht. In Wahrheit sind sie nicht wild, sie  krümmen sich vor Unbehagen und schlagen aus, um das Ding loszuwerden. Wenn der mutige Cowboy acht Sekunden lang durchgehalten hat, wird der Gurt gelockert. Vielleicht sollten man den „Helden im Sattel“ mal den Gurt umbinden und schauen, wie sie acht Sekunden lang springen…

 

Das ist Tierquälerei und verdirbt uns die Freude an dem Ganzen. Einmal und nicht wieder!

 

Es gibt aber gottlob auch andere Bewerbe: Lustig ist, wenn Kinder versuchen, wie weit sie ein Schaf reiten können. Mit Helm und Schutzweste angetan (die Kinder!) kann nicht viel passieren, und den Schafen wird wenigstens nicht weh getan.

 

Auch mit den Stierkälbern wird nicht zimperlich umgegangen: Beim bull-wrestling geht es darum, dass ein Reiter das Kalb einholt, vom Pferd springt, das Tier packt, zu Boden wirft und mit dem Kopf zum Boden drückt.

 

Roping heißt, das Tier vom Pferd mit dem Seil (“Lasso“) einzufangen, zu Boden zu werfen und ihm die Beine zu verschnüren. Es gewinnt der Schnellste. Das arme Tier muss dann noch eine gewisse Zeit lang liegen, damit man sieht, ob die Verschnürung hält.

 

 

Team roping bedeutet, ein Reiter muss dem Tier das Seil um den Hals werfen, der zweite um das Hinterbein. Hier wird das Kalb wenigstens nicht zu Boden geworfen. Erstaunlicherweise versagen hier viele Cowboys mit ihren Wurfkünsten.

 

 

Lustig ist ein Steckenpferdrennen für die Kleinen.

 

Beim Barrel Race zeigen die Cowgirls ihr Können. Drei große Tonnen müssen mit dem Pferd so schnell wie möglich umrundet werden. Und die Mädels können echt reiten!

 

 

Bull-Riding macht den Abschluss: Auch hier ist der Bulle nicht aus Bösartigkeit wild… Obwohl die Reiter hier echt gut sind, auch das kein Spaß, wenn man weiß, wie es zustande kommt. Hier werden aber viele Reiter gleich nach ein, zwei Sekunden abgeworfen.

 

 

Es sind viele Zuseher da, seltsamerweise fast keine ausländischen Touristen. Zahlreiche Zuseher haben sich entsprechend ausstaffiert: Cowboyhüte und Stiefel gehören zur Ausstattung.

 

 

Zu essen gibt es auch: Ripperl und Pulled Pork: Das ist Schweineschulter, die quasi solange gegrillt wird, bis sie auseinanderfällt. Die Fleischfasern werden mit einer Sauce vermischt und in einem Burgerbrötchen serviert. Ist eine amerikanische Spezialität, und es schmeckt so, wie es klingt…

 

Unser Yippie-Feeling hat Ernüchterung Platz gemacht, und ab morgen gehen wir wieder Steine anschauen: Im Escalante-Grand-Staircase wollen wir schauen, wie weit wir uns durch einen engen Slot-Canyon quetschen können.

 


Wir freuen uns über eure Kommentare, Anregungen, Fragen...