Man kann gar nicht früh genug zum Flughafen fahren...

Und wenn sich Karl schon ausnahmsweise dazu überreden lässt, rechtzeitig zum Flughafen zu fahren, ist auch das "falsch"... Fliegen in (angeblich) zivilisierten Ländern ist echt fad;)

 

Man checkt selbst am Automaten ein. Und der glaubt einem doch glatt, dass man kein Visum braucht, wenn man von Las Vegas nach New York fliegt. Der schickt kein Fax nach China und will kein Schmiergeld. Auch unser Gepäck wird einfach so befördert, ohne dass  wir dreimal umpacken oder aufzahlen sollen. Ja was soll denn das? Wie soll denn da die Zeit vergehen, wenn keine drei Flughafenmaxln dicke Bücher wälzen?

 

Viel zu früh sind wir also da, da die Rückgabe unseres Hillys auch nur fünf Minuten dauert und der Gratisshuttlebus zum Flughafen zwei Minuten später abfährt. Wir sind echt fertig. Wie passen denn wir beiden Weltenbummler in dieses Perfektionsschema? Kurz überlegen wir, wenigstens eine Flasche Trinkwasser zu schmuggeln, um für etwas Spannung zu sorgen, wollen aber nicht erschossen werden, oder was immer sie mit den Aufmüpfigen anstellen.

 

Aber die Zeit vergeht dann doch, und weil wir ja heute keinen Anschlussflug haben, den wir verpassen könnten, landet das Flugzeug doch glatt 40 Minuten zu früh!

 

Doch ganz so einfach kann es aber auch nicht sein. Sonst wären wir ja nicht die Hiesis...

 

Um 3/4 7 abends landen wir in Newark außerhalb von New York und freuen uns, unsere Schmutzwäsche wieder zu sehen. Den AMTRAK-Zug nach New York Penn-Station erwischen wir haarscharf. Aber dann! Mit dem Zettel unserer Anlaufadresse in der Hand fragen wir eine Angestellte des Informationsschalters nach der richtigen U-Bahn-Linie. Ist ja noch nicht spät, da müssen wir noch kein Taxi nehmen. Die Gute wälzt den Stadtplan, überlegt, studiert, überlegt wieder, bespricht sich mit einem Kollegen und - schickt uns in die falsche Richtung! Das merken wir aber erst, als wir da keinen Anschluss finden. Draußen wird es immer dunkler - drinnen auch, wir fahren anscheinend in ein schwarzes Wohngebiet. Einer von ihnen erbarmt sich und sucht uns am Smartphone, wo wir wirklich hinmüssen. Super! Eine zweite Weltreise!

 

Als wir endlich dort aufschlagen, ist es stockfinster und Taxis Mangelware - nein: Ausgestorben. Also sieht man die Hiesis wieder einmal im Finstern in einer unbekannten Großstadt in einem Viertel, von dem wir nicht 100 %ig wissen, ob es sicher ist, mit allen ihren Wertsachen am Leib durch die Gegend stiefeln. Die Leute hier sind fast ausschließlich spanisch-sprechend oder schwarz und - freundlich. Sie grüßen uns sogar, als wir an ihren Vorgärten vorbeistiefeln.

 

Kurz vor dem Ziel macht Karl die Fliege: Er schaut aufs Handy-GPS, stolpert über den unebenen Gehsteig und knallt der Länge nach auf den Boden. Der 20 kg-Packsack fällt auf ihn drauf, sodass er gar nicht gleich aufkann. Aber außer einem kleinen Schnitt am Zeh ist nichts passiert.

 

Bei Lina angekommen, hängt ein Schlosslocker an der Tür (eine Plastikbox mit Code, in der die Schlüssel drin sind). Praktisch, wenn man den Code kennt... Wenn die jetzt um halb 11 nachts nicht da ist und uns den Code gemailt hat, schlafen wir auf dem Türdackerl - denn Internet zum Mailabrufen haben wir keines... Aber gottlob kommt sie nach dem zweiten Mal Läuten im Schlafrock daher, und wir bekommen sogar ein herzliches Willkommen - und eine Dusche. Auch fade Reiseetappen können ein Abenteuer sein!


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